Traumapädagogik im Kleinkindalter
Wie können pädagogische Fachkräfte Kinder mit frühen traumatischen Erfahrungen verstehen und im Alltag sicher begleiten? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden unserer zweitägigen Online-Fachtagsreihe „Traumapädagogik im Kleinkindalter“ mit Katrin Boger am 15. und 22. Oktober 2026.
Im ersten Teil der Fachtagsreihe standen die Bedeutung der prä-, peri- und postnatalen Zeit für die weitere Entwicklung sowie mögliche traumatische Erfahrungen in den ersten Lebensjahren im Mittelpunkt. Gemeinsam wurden Symptome früher Traumata und deren Auswirkungen auf das Verhalten von Kindern betrachtet. Ein besonderer Fokus lag auf sekundären Traumasymptomen, die als Überlebensstrategien verstanden werden können und häufig einen wichtigen Hintergrund für das Verhalten der Kinder bilden.
Im zweiten Teil ging es darum, wie pädagogische Fachkräfte Kinder mit frühen traumatischen Erfahrungen stabilisierend und begleitend unterstützen können. Dabei wurden die Gestaltung eines sicheren Ortes, verlässliche Beziehungen und klare Strukturen ebenso thematisiert wie Möglichkeiten der Stressregulation und der Umgang mit Situationen, in denen traumatische Erfahrungen reaktiviert werden können.
Besonders wertvoll war der offene und vertrauensvolle Austausch unter den Teilnehmenden. Anhand mitgebrachter Fallbeispiele konnten konkrete Situationen aus dem pädagogischen Alltag gemeinsam reflektiert, unterschiedliche Perspektiven eingebracht und mögliche Handlungsansätze diskutiert werden. Die Fallbesprechungen boten Raum, eigene Erfahrungen zu teilen, Fragen zu klären und neue Impulse für die Begleitung von Kindern in belastenden Situationen mitzunehmen.
Die Fachtagsreihe verdeutlichte, wie wichtig es ist, kindliches Verhalten vor dem Hintergrund möglicher traumatischer Erfahrungen zu verstehen und hinter auffälligen Verhaltensweisen auch mögliche Schutz- und Überlebensstrategien zu erkennen. Eine verlässliche, wertschätzende und traumasensible Begleitung kann dazu beitragen, Sicherheit zu vermitteln und Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
Wir bedanken uns bei Katrin Boger für die fachlichen Impulse und bei allen Teilnehmenden für den engagierten Austausch und die Bereitschaft, eigene Praxisbeispiele und Erfahrungen einzubringen.